Kurzanleitung zur Nachbearbeitung für den Wizard-Nebel

Inhaltsverzeichnis

    Alle Bilder und Texte wurden von Dirk Fuchs zur Verfügung gestellt

    Allgemeine Anmerkungen:

    • Bildbearbeitung ist eher eine Kunst als eine Wissenschaft
    • Jedes Bild ist anders, es gibt keinen allgemeinen Workflow, keine automatisierte Lösung für alle
    • Nicht aufgeben: Wenn Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, treten Sie zurück und beginnen Sie von vorne. Oft sind mehrere Iterationen erforderlich
    • Für Tipps und Tricks schauen Sie sich YouTube-Tutorials an (es gibt viele)
    • Nützliche Software: Siril, starnet++ zur Trennung von Sternen und sternlosen Bildern (kann in Siril integriert werden), GraXpert, Photoshop Elements, GIMP
    • Schließlich: Übertreiben Sie nicht mit Kontrast, Sättigung usw. —> Weniger ist mehr!

    Schritte:

    1. Vorauswahl der Lights mit ZWO FITS-Viewer (Aussortieren schlechter Qualität wie vorübergehend schwache Wolken)

    2. Stacken in Siril (per Skript)

    3. Grundlegende Bearbeitung in Siril:

    • Farbkalibrierung (SPCC)
    • Hintergrundextraktion
    • Sternentfernung
    • nicht verknüpftes Autostretch

    Anmerkung zu Stretching und Farbmanagement:

    Viele Nebel werden von Ha-Emissionen dominiert, was zu einem meist rötlichen Bild führt.

    Wenn Sie bläulich/grünliche Farben in Ihrem Endbild zeigen möchten, ist ein unlinked Stretching wichtig.

    —>Das Ergebnis wird subtile Farbvariationen aufweisen, mit denen Sie im weiteren Prozess arbeiten können
    Nun die Verarbeitung des sternlosen Bildes:
    4. Entrauschen und ein weiteres 10%iges Stretching in GraXpert (wiederum nicht verknüpfte Farbkanäle).
    Zu diesem Zeitpunkt sieht das Bild wie folgt aus:

    5. Verbesserung von Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Schärfe in Photoshop Elements. Erneutes Entrauschen mit GraXpert.

    Nun sieht das Bild wie folgt aus:

    Sieht schon ganz ordentlich aus.
    Wir möchten jedoch mehr den bläulichen Ton der Sauerstoffemissionen zeigen.

    6. Farbmanagement in Photoshop:
    Erstellen einer Kopie der Ebene und Verschieben der Farbtemperatur stärker in Richtung Blau:

    Das ist nun etwas zu viel Blau.
    Nun mischen wir nur einen Prozentsatz der bläulichen Version in die „echte“ Farbversion (vielleicht 50%):

    Nun sind wir so gut wie fertig.

    7. Zusammenführen des bearbeiteten sternlosen Bildes und der (separat gestreckten Sternmaske) in GIMP.
    Überprüfen und Korrigieren des Farbgleichgewichts des Hintergrunds in GIMP. Es sollte neutral sein, nicht bläulich.

    8. Einige subtile Feinabstimmungen in Photoshop für das Endergebnis.

    Herzlichen Dank an Dirk Fuchs für das Teilen seines Nachbearbeitungs-Workflows! 🙌✨